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Interstitielle Lungenerkrankungen

Als interstitielle Lungenerkrankung bezeichnet der Arzt verschiedene meist chronisch verlaufende Entzündungen des Lungeninterstitiums, des Raums zwischen den Lungenbläschen also, in dem Bindegewebefasern, Nerven und Blutgefäße liegen. Dieser gesamte Komplex stellt das Lungengerüst dar.

Es gibt über 100 verschiedene Krankheiten des Lungeninterstitiums, deren Ursachen nur zum Teil bekannt sind. Die Sarkoidose ist die häufigste dieser Erkrankungen. Weitere sind die idiopathische Lungenfibrose, die exogen allergische Alveolitis und die Pneumokoniose. Bei allen interstitiellen Lungenerkrankungen führen Entzündungsvorgänge zur Produktion von Bindegewebsfasern, ähnlich denen, die entstehen, wenn sich eine Wunde durch eine Narbe verschließt. Durch die Zunahme des Bindegewebes kommt es zur Lungenfibrose, einem bindegewebig-narbigen Umbau des Lungengerüsts. Dadurch verlängert sich die Strecke, die Sauerstoff und Kohlendioxid beim Gasaustausch zurücklegen müssen. Die Folge ist Luftnot bei Belastung, in fortgeschrittenen Stadien auch in Ruhe.

Die Lungenfibrose ist nicht heilbar, die Lungenfunktion bleibt auf Dauer eingeschränkt. Eine Sauerstoff-Langzeittherapie verbessert die Lebensqualität, in schweren Fällen wird eine Lungentransplantation in Erwägung gezogen. Die Prognose interstitieller Lungenerkrankungen reicht von Spontanheilungen (bei der Sarkoidose häufig) bis zum Tod innerhalb von 2–3 Jahren (bei anderen Erkrankungen).

Neben den genannten Erkrankungen führen auch Entzündungen der Blutgefäßwand (Vaskulitiden) und andere entzündliche Erkrankungen des Binde- und Stützgewebes der Lunge (Kollagenosen) zu interstitiellen Lungenerkrankungen.

Von: Kristine Raether-Buscham; Dr. med. Arne Schäffler in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014). Überarbeitung und Aktualisierung: Dr. med. Sonja Kempinski

Grippeimpfung schützt doppelt

In Pandemiezeiten noch wichtiger

Jedes Jahr im Herbst geht es mit den Grippeimpfungen los. Doch momentan sind viele Menschen unsicher, ob sie sich in Pandemiezeiten überhaupt gegen die Grippe impfen lassen sollen. Manche befürchten, dass die Grippeimpfung das Risiko für eine schwer verlaufende Corona-Infektion erhöht. Diese Sorge ist unbegründet – offenbar ist sogar das Gegenteil der Fall.

Weniger Schlaganfälle und Venenthrombosen

Schon zu Beginn des Jahres betonte das Robert Koch-Institut (RKI), dass sich die Grippeimpfung nicht negativ auf eine etwaige Covid-19-Infektion auswirkt. Jetzt kommt zur Entwarnung noch ein Pluspunkt dazu: Einer umfangreichen US-amerikanischen Studie zufolge schützt die Grippeimpfung offenbar davor, bei einer Covid-19-Infektion schwere Komplikationen zu entwickeln.

Analysiert wurden die Daten von über 70000 Patienten, die mit Covid-19 infiziert waren. Die Hälfte von ihnen war im Zeitraum von sechs Monaten bis zwei Wochen vor ihrer Covid-19-Erkrankung gegen die saisonale Grippe geimpft worden. Die anderen hatten vorher keinen Grippeimpfschutz erhalten.

Die Grippe-Geimpften erlitten innerhalb der vier Monate nach Beginn ihrer Erkrankung seltener die für Covid-19-Infektionen typischen Komplikationen wie Venenthrombosen, Schlaganfälle oder Sepsis. Und nicht nur das: Sie kamen zudem deutlich seltener als Notfall in die Klinik und mussten weniger oft intensivmedizinisch versorgt werden.

Grippe ist ebenfalls lebensbedrohlich

Doch nicht nur der wahrscheinliche Schutz vor schweren Covid-19-Verläufen ist ein schlagkräftiges Argument für die Grippeimpfung. Die Influenza selbst ist eine potenziell lebensbedrohliche Erkrankung, die in ihren Wellen immer wieder Zehntausende Opfer fordert. Gefährdet sind vor allem Menschen über 60 Jahren und chronisch Kranke. Ihnen rät das RKI dringend dazu, sich mittels Impfung vor der Infektion zu schützen.

Ebenfalls impfen lassen sollten sich medizinisches Personal und Personen, die in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr arbeiten. Sie haben nicht nur ein erhöhtes Risiko sich zu infizieren, sie geben die Grippeviren auch vermehrt an andere weiter.

Die Impfungen gegen Covid-19 und die saisonale Influenza stören sich nicht gegenseitig. Allerdings sollte man sie nicht gleichzeitig verabreichen. Empfohlen wird ein Abstand von zwei Wochen zwischen beiden Impfungen. Das gilt sowohl für die Grundimmunisierung gegen Corona als auch für die – wahrscheinlich – kommende Auffrisch-Impfung.

Hochdosis für ältere Semester

Zum Einsatz kommen tetravalente Impfstoffe, die jedes Jahr an die zirkulierenden Virusvarianten angepasst werden. Weil ältere Menschen oft eine geringere Immunantwort auf Impfstoffe haben empfiehlt die STIKO, Personen über 60 Jahre mit einem Hochdosisimpfstoff zu impfen.

Quellen: RKI, PLOSone

16.09.2021 | Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: Hedgehog94/shutterstock.com

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