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Osteoporose-Früherkennung

Osteoporose bezeichnet einen krankhaften Verlust an Knochensubstanz, der über den gewöhnlichen Knochenschwund im Zuge des Altersungsprozesses hinausgeht. Zur Osteoporose-Früherkennung werden mehrere Tests angeboten: die Knochendichtemessung und der Laborcheck Osteoporose.

Knochendichtemessung. Wenn bereits ein durch Osteoporose bedingter Bruch aufgetreten ist, hilft die Knochendichtemessung (Osteodensitometrie), das Risiko weiterer Knochenbrüche abzuschätzen. Bei beschwerdefreien Menschen jedoch kann sie die Wahrscheinlichkeit eines Bruchs nicht zuverlässig vorhersagen. Die deutschsprachigen ärztlichen Fachgesellschaften für Knochenerkrankungen empfehlen derzeit Knochendichtemessungen für Frauen nach der Menopause, wenn starke Risiken für eine Osteoporose bekannt sind (z. B. hohes Sturzrisiko, sehr geringes Körpergewicht oder der Verdacht auf einen durch Osteoporose bedingten Wirbelkörperbruch). Ob diese Empfehlung den weiteren Verlauf positiv beeinflusst, ist bislang nicht bekannt.

Laborcheck Osteoporose. Blutuntersuchungen des Knochenstoffwechsels wie etwa Pyridinolin-Crosslinks oder alkalische Knochenphosphatase sowie des genetischen Risikos, z. B. durch Bestimmung des Vitamin-D3-Rezeptors.

Von: Dr. med. Herbert Renz-Polster in: Gesundheit heute, herausgegeben von Dr. med. Arne Schäffler. Trias, Stuttgart, 3. Auflage (2014).

Masern schwächen Immunsystem

Abwehr langfristig beeinträchtigt

Eine Masernerkrankung ist nicht nur aufgrund ihrer direkten Komplikationen wie z. B. einer Masern-Gehirnentzündung gefährlich. Masernviren schädigen das gesamte Immunsystem so nachhaltig, dass die betroffen Kindern in den nächsten Jahren ein erhöhtes Risiko für weitere Infektionskrankheiten haben.

Immungedächtnis massiv gestört

Auch wenn es Impfgegner immer wieder behaupten: Masernviren sind alles andere als harmlos und können einen weitaus größeren Schaden anrichten als Hautausschlag mit Juckreiz. Dabei drohen nicht nur die bekannten akuten Komplikationen wie Lungen- und Gehirnentzündungen. Forscher haben jetzt herausgefunden, dass Masern das Immunsystem langfristig erheblich schwächen.

So ergab die Analyse der Blutproben von 77 Masernkindern, dass Masernviren neben den B- und T-Lymphozyten noch zahlreiche weitere Zellarten des Immunsystems befallen und zum Absterben bringen. Besonders stark waren die Gedächtniszellen betroffen, also die Zellen, die gegen ein Antigen sensibilisiert sind und bei erneutem Kontakt für eine schnelle Abwehrreaktion sorgen.

Auch Antikörper eliminiert

Doch Masernviren zerstören nicht nur die Zellen des Immunsystem. Sie machen auch kurzen Prozess mit den im Blut zirkulierenden Antikörpern. 2 Monate nach der Maserninfektion waren im Blut der Kinder bis zu 73% der ursprünglich vorhandenen und gegen die verschiedensten Erreger gerichteten Antikörper verschwunden. Das bedeutet, dass die betroffenen Kinder gegen diese Erreger für einen Zeitraum von 2 bis 3 Jahren weniger gut geschützt waren.

Eine Infektion mit Masernviren fördert deshalb nicht etwa die Immunabwehr, wie Impfgegner behaupten. Stattdessen schwächen Masernviren das Immunsystem, bewerten die Forscher ihre Ergebnisse. Zwar baut es im Laufe der Jahre erneut Antikörper auf. In der Zwischenzeit können Krankheiten aber deutlich heftiger ausfallen. Hundertausende Todesfälle sollen den Studienautoren zufolge auf das Konto eines maserngeschwächten Immunsystems gehen.

Impfen schützt vor Masern und vor Abwehrschwäche

Die Impfung selbst hinterlässt keine derartige Immunschwäche. Im Gegenteil: Sie sorgt durch Verhütung der Maserninfektion dafür, dass Maserviren ihren immunschwächenden Einfluss gar nicht erst ausüben können. Auch Kinder mit Masern könnten von der Impfung noch profitieren, mutmaßen die Forscher. Denn womöglich ließen sich die Langzeitfolgen auf das Immunsystem durch eine Impfung während der Erkrankung abmildern.

Quelle: Science

15.12.2020 | Von: Dr. med. Sonja Kempinski; Bild: Aleksandra Suzi/Shutterstock.com

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